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Die Geschichte des Ofenhaus Köniz

Wie vielerorts im «Bärnbiet» und insbesondere im «Alte Landgricht Stärnebärg», ermöglichte ein glücklicher Wohlstand im 18. Jahrhundert auch den Könizer Bauern, ihre Höfe sehr stattlich und auch formschön zu errichten. So auch Niklaus, Daniel und Christian Hänni, deren Väter und Grossväter bereits seit 1683 in der Kreuzung «Bärnstrass - Blinzerngässli» (heute Schwarzenburgstrasse - Stapfenstrasse) ein dem Schloss Köniz bodenzinspflichtiges Bauerngut besassen. In «der Stapfen» oder ursprünglich auf der «Matte im Boden» entstand Mitte des 18. Jahrhunderts für die «neue Generation», ein aus Sandstein und Holz erbautes Bauernhaus, ein Kornspeicher und das mit

 

«D 1757 H» signierte und datierte Ofenhaus.

 

Während dem das Bauernhaus 1899 einem Brand zum Opfer fiel und der Speicher dem 1900 – 1901 errichteten «Ersatzgebäude» weichen musste (dieses letztere wurde 1990/91 durch das Mehrzweckgebäude der Gemeinde Köniz abgelöst), sind uns das Ofenhaus und die herrliche Linde, die wohl etwa den gleichen Jahrgang haben dürfte, als standfeste Zeugen der «guten, alten Zeit» erhalten geblieben. Inwiefern beim Bau des aus Molasse-Sandstein errichteten, historischen Kleinods, das funktionell wie ästhetisch zu gefallen weiss, auch der damals begehrteste, regionale «Architekt», Zimmermeister Hieronimus Hugi, seine Hand im Spiel hatte, ist leider nicht mehr nachzuweisen. Immerhin lässt sich für Interessierte in Mengestorf noch heute eine weitgehend entsprechende Hofgruppe mit praktisch identischem Ofenhaus (1772) von Meister Hugi bewundern. Damit wir von nun an wieder «Züpfe, Brot und Chueche bache chöi», wer weiss, vielleicht sogar «deere», haben Vater und Sohn Hans Aeschbacher, Richigen, zum Abschluss der Renovation 1991 einen Original-Holzofen eingebaut. Der Ortsverein Köniz wünscht allen künftigen Bäckerinnen und Bäckern viel Freude und Erfolg.